Programm
zur ProgrammübersichtMaria Farantouri.
Fr 01.10.2010, 20:00 Uhr
Ort:
Kulturkirche St. Stephani, Stephanikirchhof
28195 Bremen
Stephanikirchhof
28195 Bremen
mit:
Henning Schmiedt, Piano, Jens Naumilkat, Violoncello, Socratis Sinopoulos, Lyra und Laute, westend-projekt-orchester, Leitung: Peter Dahm, Bremer Kantorei St. Stephani und Ensemble d´accord, Leitung: Tim Günther
Mikis Theodorakis zum 85. Geburtstag – Konzert 5
Festkonzert zum zwanzigjährigen Jubiläum
der deutschen Wiedervereinigung
"Mauthausen", "First-Songs", populäre und lyrische Lieder u. a.
Eintritt: 32,- / 18,-
Maria Farantouri in Bremen
Die künstlerisch ebenso fruchtbare wie außerordentlich angenehme Zusammenarbeit zwischen dem griechischen Weltstar Maria Farantouri und Tim Günther, dem Leitenden Kirchenmusiker der heutigen Kulturkirche St. Stephani besteht bereits seit über acht Jahren. Die meisten der Konzerte, mit denen "die Stimme Griechenlands" in Bremen gastierte, gingen auf Einladung und Initiative Günthers zurück und standen unter seiner Leitung. Besonders sind die mehrmaligen Aufführungen des Canto General zu nennen, in denen Maria Farantouri - wie bereits in der Uraufführung - die weibliche Solopartie sang. Die Konzerte erregten bundesweites Aufsehen. Unter anderem entstand im Jahr 2007 einer der besten Live-Mitschnitte, die es je von diesem Werk gegeben hat. Ebenso gab es im Jahr 2005 einen Liederabend zum 80. Geburtstag von Mikis Theodorakis in St. Stephani - damals war es noch eine Gemeindekirche. Aus diesen Kontakten ergaben sich zahlreiche Verbindungen, neue Ideen und mögliche Projekte. So wird es im November 2010 erneut eine gemeinsame Aufführung in Berlin geben. Eine Griechenlandreise der Bremer Chöre ist für nächstes Jahr geplant.
Der Einladung, im Herbst 2009 den Canto mit Maria Farantouri anlässlich des 60-jährigen Bestehens des DGB im Berliner Konzerthaus aufzuführen, konnte Tim Günther wegen einer Konzertreise seiner Kantorei nach Costa Rica nicht nachkommen.
So sind nun der 85. Geburtstag von Mikis Theodorakis und die offiziellen Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung der nächste erfreuliche Anlass für eine musikalische Zusammenarbeit.
Auf dem Programm am 1. Oktober: steht unter anderem die Kantate "Mauthausen".
Mikis Theodorakis zu diesem Werk:
"Ein guter Freund von mir, der Dichter Iacovos Kambanellis, war während des Zweiten Weltkriegs Gefangener in Mauthausen. Er schrieb Anfang der sechziger Jahre seine diesbezüglichen Erinnerungen unter dem Titel "Mauthausen". 1965 verfaßte er zu diesem Thema auch vier Gedichte, die er mir gab, damit ich sie vertone. Ich habe das sehr gern gemacht, weil mir erstens die Poesie in diesen Texten gefallen hat und weil ich zweitens während der Besatzungszeit selbst in italienischen und deutschen Gefängnissen eingesperrt war; vor allem aber, weil ich sah, daß wir die Möglichkeit haben würden, mit Hilfe dieser Kompositionen den Jugendlichen die Geschichte in Erinnerung zu rufen, jene Geschichte, die niemals vergessen werden darf. Die Mauthausen-Lieder richten sich natürlich in erster Linie an all jene, die unter Faschismus gelitten und gegen ihn gekämpft haben. Wir alle müssen uns aber immer wieder die Verbrechen der Nazis vor Augen halten, weil dies das einzige Mittel dagegen ist, dass sich solche Dinge wiederholen könnten. Wir sehen täglich, daß der faschistische Geist noch längst nicht erloschen ist. Er zeigt oft nicht sein wahres Gesicht, aber faschistische Kulturen und Mentalitäten gibt es überall auf der Welt. Für uns, die diese Schreckenszeit durchleben mussten, ist es die wichtigste Aufgabe, unsere Kinder vor dieser Gefahr zu schützen."
Mikis Theodorakis schrieb den Gesangspart der Kantate für die damals erst 18-jährige Maria Farantouri Sie fiel ihm auf durch ihr einzigartiges Timbre, den tiefen und enorm warmen Klang ihrer Stimme. Die Aufführung dieses Werkes setzte die steile und ungewöhnliche Karriere der Ausnahmekünstlerin Maria Farantouri in Gang, die schnell zum Synonym wurde für einen hohen künstlerischen Anspruch in Verbindung mit dem unermüdlichen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Völkerverständigung.
So wie Maria Farantouri durch "Mauthausen" berühmt wurde, so hat sie selbst in ihrem Wirken unzählige Lieder, unzählige Komponisten und Dichter bekannt gemacht, einem großen Publikum präsentiert und auf diese Weise unsterblich werden lassen. Nie hat Maria Farantouri die Wurzeln des griechischen Gesangs im Volkslied aus dem Herzen verloren. Ihre Lieder werden nicht nur in ganz Griechenland, sondern in der gesamten Welt gesungen.
Festkonzerte zum 85. Geburtstag von Mikis Theodorakis:
1: Axion esti - Lobgepriesen sei
Oratorium für Sprecher, 2 Bariton-Soli, Chor, Sinfonie- und Folklore- Orchester
12. und 13. Juni
2: Das Blaue Einhorn: "Wo find ich meine Seele"
Lieder von Krieg und Frieden
19. Juni
3: Órganon
Melodien von und für Theodorakis bearbeitet für Orgel
13. August

